„Hä, kurze Leinen? Das macht doch keinen Sinn! Das ist doch nicht wirklich Kitesurfen!“
Diesen Satz hören wir oft von Leuten, die schon ein bisschen Ahnung vom Kiten haben – und ganz ehrlich? Früher dachte ich genau das Gleiche.
Als ich meine ersten Jahre als Kitelehrer hinter mir hatte, war ich mir sicher: Kitesurfen lernt man nur mit langen Leinen! Ich wollte es nicht wahrhaben, obwohl wir in unserer IKO-Ausbildung eigentlich auf kurze Leinen getrimmt wurden und sie es uns so eingetrichtert haben … aber ich habe es trotzdem ignoriert!
Doch nach unzähligen Stunden Unterricht – mittlerweile 15 Jahre Erfahrung – kann ich eines mit Sicherheit sagen:
Der Wechsel auf kurze Leinen war ein absoluter Gamechanger!
Warum? Lass mich dir das erklären.


Warum sind kurze Leinen so wichtig?
Die Vorteile sind enorm – für Schüler und Lehrer gleichermaßen:
✅ Mehr Kontrolle, weniger Risiko
Kurze Leinen erzeugen weniger Power, was Anfängern die Angst nimmt. Kleine Fehler sind normal, aber mit langen Leinen können sie schnell gefährlich werden.
✅ Fehlerverzeihend & sicherer
Viele Anfänger lassen den Kite am Anfang oft unkontrolliert abstürzen – mit kurzen Leinen ist das kein Drama. Der Kite kracht nicht mit voller Kraft ins Wasser oder zieht den Schüler unkontrolliert mit.
Und genau das ist der Punkt:
Oft hören Schüler nach den ersten Fehlversuchen auf, weil sie denken: „Das ist doch viel zu gefährlich!“
Aber mit kurzen Leinen macht das Lernen mehr Spaß, weil Fehler nicht bestraft werden – und genau durch diese Fehler lernt man!
✅ Keine gefährlichen Kite-Loops
Mit 5-10m Leinen ist es physikalisch unmöglich, den Kite ungewollt zu loopen – und das ist ein riesiger Vorteil!
Ein ungewollter Kiteloop ist der absolute Albtraum jedes Schülers und Lehrers. Wer das einmal erlebt hat, weiß, wie heftig der Zug sein kann. Mit kurzen Leinen kann das nicht passieren – und das bedeutet viel mehr Sicherheit.
✅ Schneller & effizienter lernen
Die Schüler können sich voll auf die Kite-Kontrolle konzentrieren, ohne gleich überfordert zu sein. Erst wenn die Basics wirklich sitzen, gibt’s mehr Power durch längere Leinen.

✅ Perfekt für Spots mit wenig Platz
Kurze Leinen brauchen weniger Platz, was besonders praktisch ist an vollen Stränden oder Spots mit begrenztem Raum.
Fazit: Kurze Leinen = besserer Start ins Kitesurfen
Ich verstehe die Skepsis – ich hatte sie selbst ja auch! Aber die Erfahrung zeigt:
Schüler, die mit kurzen Leinen starten, haben nicht nur mehr Kontrolle und Sicherheit, sondern lernen am Ende auch schneller und nachhaltiger.
Und das ist doch genau das, was wir wollen, oder?